Im Rahmen des Moduls „Angewandter Naturschutz“ an der Technischen Universität Berlin entstand ein naturschutzfachliches Entwicklungskonzept für eine Feuchtwiese im FFH-Gebiet Niederoderbruch. Ziel war die Verbindung von Grünlandnutzung, Wiedervernässung und dem Schutz wiesenbrütender Vogelarten.
Grundlage der Planung waren eine detaillierte Biotopkartierung sowie die Analyse von Wasserhaushalt, Vegetation und Nutzungskonflikten. Kartiert wurden unter anderem Feuchtwiesen nährstoffreicher Standorte, Großseggenwiesen, Schilfröhrichte sowie Weidengebüsche im Moorbereich.
Auf dieser Basis wurde ein Maßnahmenkonzept entwickelt, das naturschutzfachliche Anforderungen mit einer weiterhin möglichen landwirtschaftlichen Nutzung verbindet. Zentrale Maßnahmen waren:
- Gelegeschutz für Wiesenbrüter durch Auszäunung sensibler Bereiche
- regulierbare Stauanlagen zur Anhebung des Wasserstandes
- Anlage periodisch wasserführender Blänken
- dynamisches Mahdmanagement mit Spätnutzung
- Gewässerrandstreifen entlang der Gräben

Besonderes Augenmerk lag auf Arten des extensiv genutzten Feuchtgrünlands sowie auf typischen Wiesenbrütern wie Kiebitz, Bekassine, Braunkehlchen und Wiesenpieper. Durch zeitlich differenzierte Mahd, mosaikartige Nutzungsstrukturen und eine Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts sollten geeignete Brut- und Nahrungshabitate langfristig gesichert werden.
Das Projekt verbindet landschaftsökologische Analyse, GIS-gestützte Kartierung und konkrete Maßnahmenplanung im Bereich Moor- und Feuchtgrünlandschutz. Es zeigt exemplarisch, wie sich Wasserhaushalt, Biodiversität und Nutzung in sensiblen Niedermoorlandschaften gemeinsam betrachten und entwickeln lassen.